Vogelstrauß – Wissenswertes

Der Strauß ist der größte Vogel der Welt. Aufgrund  der Rückbildung seiner Flügel und Federn kann dieser bis zu  3m große Vogel nicht  fliegen, obwohl sein  Vorfahre, die Straußenechse vor 40 Millionen Jahren dazu in der Lage war. Die Flügel dienen stattdessen zur Balz, zum Schattenspenden und zum Halten des Gleichgewichts beim schnellen Lauf.

Der Strauß

Hallo, im Straußenland

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Die Hähne haben ein schwarzes Gefieder. Davon setzen sich die Schwungfedern der Flügel und der Schwanz weiß ab. Die Hennen haben dagegen ein eher unscheinbares, erdbraunes Gefieder, Flügel und Schwanz sind bei ihnen heller und haben eine weißlichgraue Farbe. Das Jugendkleid ähnelt dem Aussehen des Weibchens, ohne die charakteristische Absetzung von Flügeln und Schwanz. Frisch geschlüpfte Küken sind dagegen rehbraun. Ihr Daunenkleid weist dunkle Tupfen auf. Die Daunen des Rückengefieders sind igelartig borstig aufgestellt. Die nackten Beine sowie der Hals sind je nach Unterart grau, graublau oder rosa. Beim Hahn ist die Haut während der Balzzeit besonders intensiv gefärbt.

Mehr vom Strauß» Sein ursprünglicher Lebensraum» Stimme» Verbreitung heute» Aktivität» Sozialverhalten» Ernährung» Feinde» Brutpflege und Aufzucht der Jungvögel» Geschichte»

Strauße sehen sehr gut, mit ihrem periskopartigen Hals können sie Bewegungen bis zu 3,5km Entfernung erkennen. Das Auge ist viermal so groß wie ein Menschenauge. Der Strauß hat sehr lange Beine mit einer kräftigen Laufmuskulatur. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 70 km/h. Über eine Dauer von 10 Minuten und mehr kann der Strauß etwa eine halbe Stunde eine Geschwindigkeit von 50 km/h halten. Als Anpassung an die hohe Laufgeschwindigkeit besitzt der Fuß, einzigartig bei Vögeln, nur zwei Zehen. Zudem können die Beine als wirkungsvolle Waffen eingesetzt werden. Die grosse Zehe ist die Kralle, die bis zu zehn Zentimeter lang sein kann.

Strauße können bis zu 6o Jahre alt werden. Die Henne ist mit 3 Jahren legereif, der Hahn ca. ein Jahr später zuchtreif. Eine hohe Eileistung von ca. 40 Stk. ist bei der Farmhaltung pro Jahr zu erzielen, bei wildlebenden  Straußen bilden ca. 12 bis 15 Eier ein Gelege.

Strauße erreichen je nach Rasse ein Gewicht von 90 bis 150 kg

Der Strauß hat ein ausgeprägtes Fluchtverhalten und ist sehr schreckhaft, allerdings auch sehr zutraulich, neugierig und an die Haltung in Gehegen sehr leicht zu gewöhnen. Von Menschen aufgezogene Strauße zeigen oftmals leichtes Fehlverhalten,  sie sind auf Menschen geprägt.

Wir unterscheiden drei Arten: Blauhals- Schwarzhals- und Rothalsstrauße.

Unterschiede sind: Größe, Gewicht, Hautfarbe und Federausbildung.

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Wer hat beim  Gedanken an den größten Laufvogel der Welt nicht die Bilder der trockenen unendlich weiten   Steppen und Halbwüsten Afrikas vor Augen? Die ursprünglichen Verbreitungsgebiete waren jedoch die Steppengebiete Zentralasiens bis zu den Ländern des Mittelmeeres im Westen, bis China im Osten und der Mongolei im Norden. Aber es ist erst eine Million Jahre her, dass die Strauße zusammen mit anderen Säugetieren nach Afrika eingewandert sind. Alte ägyptische Darstellungen  zeigen  schon die wirtschaftliche Nutzung der Strauße.

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Zu den typischsten Lautgebungen des Straußes gehört ein Ruf des Männchens, der dem Brüllen eines Löwen ähnelt. Ein tiefes „bu bu buuuuu huuu“ wird mehrmals wiederholt. Der Laut wird bei der Balz und beim Austragen von Rangstreitigkeiten ausgestoßen. Junge Straußenküken geben auch melodischere Rufe von sich, die dazu dienen, die Eltern auf sich aufmerksam zu machen.

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Das natürliche Verbreitungsgebiet des Straußes ist Afrika, insbesondere Ost und Südafrika. Ausgestorben ist er auf der Arabischen Halbinsel, in Westasien sowie in Afrika nördlich der Sahara.
Strauße leben in offenen Landschaften wie Savannen und Wüsten. Bevorzugt werden Habitate mit kurzem Gras und nicht zu hohem Baumbestand. Wo das Gras höher als einen Meter wächst, fehlen Strauße. Gelegentlich dringen sie ins Buschland vor, bleiben dort aber nicht lang, da sie an schneller Fortbewegung gehindert werden und dort nicht weit blicken können. Reine Wüsten ohne Vegetation eignen sich nicht als ständiger Lebensraum, werden aber auf Wanderungen durchquert. Weil Strauße ihren gesamten Flüssigkeitsbedarf aus der Nahrung beziehen können, benötigen sie keinen Zugang zum Wasser, und lange Trockenperioden sind ebenfalls kein Problem für sie.

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Strauße sind tagaktive Vögel, die besonders in den Dämmerungsstunden aktiv sind. In Zeiten mit knappem Nahrungsangebot müssen sie große Wanderungen unternehmen und sind in der Lage, in der Mittagssonne zu wandern. Nachts ruhen sie, wobei sie für gewöhnlich die Hälse aufrecht und die Augen geschlossen halten. Nur für kurzzeitige Tiefschlafphasen werden Hals und Kopf auf das Rückengefieder oder auf den Boden gebettet.

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Außerhalb der Brutzeit leben Strauße für gewöhnlich in lockeren Verbänden, die zwei bis fünf, in manchen Gegenden aber auch hundert und mehr Tiere umfassen können. In Wüstengegenden sammeln sich bis zu 680 Tiere um die Wasserlöcher. Sie baden und schwimmen und können wie Kamele und Dromedare lange Zeit ohne Wasser  auskommen. Der Zusammenhalt der Straußenverbände ist locker, denn die Mitglieder der Gruppe kommen und gehen nach Belieben. Oft sieht man auch einzelne Strauße. Trotzdem gibt es innerhalb der Gruppen klare Hierarchien. Rangstreitigkeiten werden meistens durch Drohlaute und Drohgebärden geregelt; dabei werden Flügel und Schwanzfedern aufgestellt und der Hals aufrecht gehalten. Der rangniedrigere Vogel zeigt seine Unterwerfung, indem er den Hals U-förmig biegt und den Kopf nach unten hält; auch Flügel und Schwanz zeigen nach unten. Selten kann eine Rangstreitigkeit in einem kurzen Kampf münden.

Zur Fortpflanzungszeit lösen sich diese losen Verbände auf, und geschlechtsreife Männchen beginnen mit dem Sammeln eines Harems.

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Strauße sind vorwiegend Pflanzenfresser, nehmen gelegentlich aber auch Insekten und andere Kleintiere zu sich. Vorwiegend fressen sie Körner, Gräser, Kräuter, Blätter, Blüten und Früchte. Insekten wie Raupen und Heuschrecken sind nur Beikost. Bevorzugt wird Nahrung, die vom Boden aufgepickt werden kann. Nur ausnahmsweise werden Blätter oder Früchte von Sträuchern oder Bäumen aufgelesen. Strauße können ihre Nahrung optimal verwerten, wofür ein 14 Meter langer Darm sorgt. Der Muskelmagen kann bis zu 1,3 kg an Nahrungsmenge aufnehmen. Um die Zerkleinerung der Nahrung zu fördern, schlucken Strauße Sand und Steine und haben die Neigung, alle möglichen kleinen Objekte aufzupicken, die ähnliche Zwecke erfüllen könnten. In Straußenmägen wurden daher schon Münzen, Nägel und ähnliche Gegenstände gefunden. Bis zu 45 Prozent des Muskelmagen-inhalts können solche als Verdauungshilfe geschluckten Materialien betragen.

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Der Fuß mit seiner scharfen Kralle ist eine gefährliche Waffe.

Die wichtigsten Feinde des Straußes sind Löwen und Leoparden. Nachdem sich Strauße meistens in Gruppen aufhalten, schützen sie sich durch gemeinsame Beobachtung vor der Gefahr. Dadurch verringert sich für den einzelnen Vogel das Risiko, als Beute auserwählt zu werden; zudem hat jedes Gruppenmitglied mehr Zeit zum Fressen. In den Savannen schließen sich Strauße oft den Herden von Zebras und Gazellen an, da diese Tiere wachsam nach denselben Raubtieren Ausschau halten.

Ein weit verbreitetes Gerücht besagt, dass der Strauß bei Bedrohung durch Feinde den Kopf in den Sandboden steckt. Tatsächlich rettet sich der Strauß, der eine sehr hohe Laufgeschwindigkeit erreichen kann, meist durch Davonlaufen. Er ist aber auch in der Lage, sich mit einem gezielten Tritt zu verteidigen, der einen Löwen oder einen Menschen zu töten vermag. Vor allem brütende Strauße jedoch legen sich bei nahender Gefahr oft auf den Boden und halten Hals und Kopf dabei gerade ausgestreckt. Da aus der Ferne der flach am Boden liegende Hals nicht mehr zu sehen ist, könnte dieses Verhalten zu der Legende geführt haben. Denkbar wäre auch, dass man bei der Beobachtung von Straußen auf größere Distanz durch flirrende Luft über heißem Steppenboden einer optischen Täuschung erlegen ist. Bei diesem Effekt “verschwindet” der Kopf grasender Strauße optisch für den entfernten Beobachter.

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Nur das eigentliche Paar verbleibt schließlich am Nest und sorgt gemeinsam für die Brut. Da ein Vogel mit seinem Körper nur maximal zwanzig Eier bedecken kann, entfernt die Haupthenne zuvor die überschüssigen Eier der inzwischen vertriebenen Nebenhennen. In der Mitte des Nestes werden die eigenen Eier platziert, die von der Haupthenne offenbar an Größe und Gewicht zugeordnet werden können. Obwohl die eigenen Eier also bevorzugt werden, ist immer noch Raum für zehn bis fünfzehn Eier von Nebenhennen, die mitgebrütet werden. Doch nicht nur die Nebenhennen profitieren von dieser Verhaltensweise: Wird das Gelege von Eierräubern angegriffen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die außen liegenden Eier der Nebenhennen betroffen, was einen zusätzlichen Schutz für die Eier der Haupthenne bedeutet.

Für gewöhnlich werden die Eier bei Tage von der Henne und bei Nacht vom Hahn bebrütet. Zahlreiche Raubtiere, vor allem Schakale, Hyänen und Schmutzgeier, versuchen immer wieder, die brütenden Vögel vom Nest fortzulocken, um an die Eier zu gelangen. Nur zehn Prozent aller Gelege werden daher erfolgreich ausgebrütet.

Nach sechs Wochen schlüpfen die Küken. Sie tragen bereits ein hellbraunes Daunenkleid und sind Nestflüchter. Die Elternvögel fahren mit der Brutpflege fort, indem sie ihre Flügel über den Jungen ausbreiten, um sie so vor Sonne und Regen zu schützen. Im Alter von nur drei Tagen verlassen die Küken erstmals das Nest und folgen den Eltern überall hin. Gelegentlich treffen zwei Straußenpaare aufeinander. Dabei kommt es zu Drohgebärden und oft zu Kämpfen, bei denen ein Paar siegreich ist und anschließend die Jungen des unterlegenen Paares übernimmt. Auf diese Weise kann ein starkes Paar etliche Junge anderer Paare um sich sammeln. In einem Fall wurde ein Straußenpaar mit 380 Küken beobachtet. Dieses Verhalten führt, wie das Ausbrüten der Eier der Nebenhennen, wiederum dazu, dass bei einem Angriff von Raubtieren mit hoher Wahrscheinlichkeit die fremden und nicht die eigenen Küken betroffen sind. Trotzdem vollenden nur etwa 10 Prozent der Küken ihr erstes Lebensjahr.

Mit drei Monaten wechseln die Jungen vom Daunen- zum Jugendkleid. Nach einem Jahr sind sie so groß wie die Elternvögel. Geschlechtsreif werden weibliche Strauße mit zwei Jahren. Männliche Jungstrauße tragen das Federkleid adulter Hähne bereits mit zwei Jahren. Fortpflanzungsfähig sind sie jedoch erst mit drei bis vier Jahren.

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In Europa wurden in Rom um Christi Geburt die  Strauße zur Belustigung der Zirkusbesucher gehalten.

Später im 12. Jhdt. versuchte Kaiser Friedrich Barbarossa die ersten Zuchtversuche, allerdings ohne Erfolg und Hildegard von Bingen schrieb zur gleichen Zeit in  – Physika – über das außergewöhnlich gesunde Fleisch der Strauße.

Ende des 19. Jhdt. gelang die erste natürliche Nachzucht in einem Zoo in Marseille und die erste künstliche Brut 1857 in Florenz.

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